drvaust
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geändert von: drvaust - 17.01.07, 14:00:48
Omid, gibt es einen Anlaß, das es Dir schlechter geht? Hat sich in Deinem Leben etwas verändert? Vermutlich hast Du die Schule beendet und bist in ein anderes Umfeld gekommen.
In der Pubertät scheinen viele Autisten größere Probleme zu haben, Autismus ist nicht gut für die dann üblichen sozialen Spiele.
Ich war zwar schon früh auffällig, spielte immer alleine, ging Menschen (besonders Kindern) aus dem Weg usw., aber es ging bis zur Pubertät einigermaßen. Ich war in einem guten Kindergarten halbtags und in der Schule war ich die ganze Zeit mit überwiegend den gleichen Mitschülern zusammen, also ein relativ gleichbleibendes Umfeld. Overloads hatte ich schon immer etwas.
Erst mit der Pubertät bekam ich ernsthafte Probleme. Eigentlich hätte ich mich für Mädchen interessieren müssen, habe ich auch, aber ich hatte kaum Ahnung, wie man mit Menschen umgeht, von Flirten gar keine Ahnung. Dazu kamen noch andere Probleme. Das führte zu psychischen Veränderungen, die teilweise krankhaft sind, aber manchmal auch das Leben erleichtern.
Nach der Schule ging es mir besser, bis auf die Arbeit. Die Lehre und danach die Arbeit war schlimm, ich kam mit den Kollegen nicht klar, hatte mich täglich bis zum Feierabend gequält.
Beim Studium lief es relativ gut, ich hatte zwar typische Probleme, aber kam zurecht.
Sehr wichtig ist für mich das Umfeld, wenn ich mit den Menschen klarkomme läuft es gut, ansonsten geht es kaum.
Die Pubertät war nicht schön. Am schlimmsten war für mich die Zeit nach der Schule, bis 21, wegen der Probleme auf Arbeit. Aber irgendwie lebe ich weiter.
Autismus scheint sich nicht zu verschlechtern, aber die daraus entstehenden Probleme können sich verstärken, abhängig von der Situation. Es können auch Folgeschäden auftreten. Aber es kann genauso besser werden.
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