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Collinge kam zu dem beunruhigenden Schluss, dass die Plaques bei der Injektion des Wachstumshormons zusammen mit den Prionen übertragen worden sein könnten, was der erste Hinweis auf die Übertragbarkeit der Alzheimerkrankheit wäre. Wenn sich dies bewahrheiten sollte, könnte das weitreichende Konsequenzen haben. So bestünde nämlich die Möglichkeit, dass bei medizinischen Eingriffen mit Übertragung von Körperflüssigkeiten oder Geweben wie Bluttransfusionen, Organtransplantationen oder anderen Behandlungen so genannte Seeds (Keime) des an Alzheimer beteiligten Beta-Amyloid-Proteins übertragen werden könnten.
Collinge hatte das Gefühl, die Öffentlichkeit schnell darüber informieren zu müssen und publizierte seine Untersuchungen im September unter der Rubrik News in "Nature". "Ist Alzheimer ansteckend?", betitelte kurz darauf die britische Zeitung "Daily Mail" ihren Artikel über die "potenziell explosive neue Studie". Collinge mahnte zur Ruhe. "Unsere Studie zeigt nicht, dass die Alzheimerkrankheit tatsächlich ansteckend ist", betonte er. Weder Pflegekräfte noch Familienmitglieder, egal wie nahe sie dem Betroffenen stehen, werden sich einfach so anstecken. "Die Studie gibt aber zu bedenken, dass Beta-Amyloid-Seeds möglicherweise durch medizinische Eingriffe unbeabsichtigt übertragen werden könnten."