Mein Sohn lebt in seiner Welt
Du nicht?
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und auf Grund seiner vielfach gestörten Wahrnehmung
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sehe ich für mich Handlungsbedarf, ihm zu helfen, auf seine Art die Welt zu erobern.
Er nimmt die Welt anders wahr, nicht gestört. Aus diesem Anderssein heraus kollidiert er dann mit Strukturen, die sich eine Mehrheit nach ihren Empfindungen geschaffen hat. Diese Kollision zu vermeiden, zu umgehen oder sonstwie Barrieren und Zumutungen im Alltag zu beseitigen ist eine sinnvolle Aufgabe für dich. Darunter fällt auch dein eigener Kontakt mit deinem Kind, der z.B. aufgrund unterschiedlicher Empathieerwartungen diskriminierende Züge annehmen kann.
Aber bitte, gestört oder krank ist da niemand, oder soll ich dich hier künftig auch bei jeder Gelegenheit so bezeichnen?
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Außerdem muss ich mich auch früher oder später damit auseinandersetzen, dass er der Schulpflicht unterliegt.
Tu das.
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Therapien gibt es viele, bei ihm derzeit Ergo und Verhaltenstherapie.
Und was ist das für eine Verhaltenstherapie? Offenbar etwas in Richtung ABA? Dazu steht ja schon ein Eintrag im Lexikon.
Er braucht keine Therapie, weil er nicht krank oder gestört ist. Interessant könnte aber spezieller Unterricht sein um sich in einer fremdartigen Welt zurechtzufinden. Dazu gibt es meines Wissens jedoch praktisch gar keine kompetenten NA-Lehrer. Zumindest nicht im umfassenden Sinn.
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Mein Problem dabei ist, dass in Therapien immer wieder versucht wird, ihn zu "motivieren" mehr zu machen. Und von mir wird mehr oder weniger erwartet dranzubleiben.
Was soll ich dazu sagen?
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Es ist die Rede von positiven Verstärkern (zb werden seine geliebten Schlüssel in Schachteln versteckt und er bekommt sie erst wieder, wenn er "gearbeitet" hat) und da stellen sich mir die Nackenhaare auf.
Tja, ABA eben. Dressur.
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Anderseits, würden wir die Schlüssel nicht verstecken, wären andere Dinge komplett uninterssant.
Das glaube ich nicht. Aber es kann sein, daß seine Lebensbedingungen nicht so günstig sind, daß er Energie hat sich mit Neuem beschäftigen zu wollen. Ihn durch Dressur dazu zu zwingen ist aus meiner Sicht ein sehr riskantes Spiel, weil es vermutlich einem sowieso schon belasteten Menschen zusätzliche Lasten und Zumutungen aufbürdet. Auch wenn diese Dinge harmlos wirken, können sie dazu führen, daß Intuition vermernt wird und Wille gebrochen wird oder der Widerstandsdrang steigt.
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Mir fehlt aber auch die Vorstellung, wie er auf seine Art jemals selbst essen würde.
Ängste eignen sich hervorragend dazu alles mögliche zu rechtfertigen. Denk ans Duschen, was wenn du es über ABA probiert hättest hinzubekommen? Nimm doch besser wieder den geraden Weg, auch wenn er von dir mehr Denkarbeit abverlangt. Das Kind zu rgendwelchen Therapeuten zu geben ist da sicher einfacher, aber was dann in der Folge entsteht vielleicht alles andere als einfach.
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Für mich sind so die lebenspraktischen Dinge dabei das Problem - ich mag ihn nicht den Rest seines Lebens wickeln usw.
Dann erzähl von diesen Punkten im Alltag.
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Worte haben für ihn auch nicht wirklich eine Bedeutung,
Sicher? Das kann auch sehr täuschen. Wie kommst du zu deiner Einschätzung?
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Es ist eine täglich Gratwanderung zwischen meinen, seinen Bedürfnissen und der seiner Brüder.
Das ist wohl so. Dennoch bin ich auch hier überzeugt, daß mit intelligenten Lösungen einiges möglich werden könnte. Es muß nicht alles sofort klappen wie beim Duschen die Erwartung wäre wohl fatal.
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Ein Kampf mit anderen Menschen, die nicht mit Spucke komunizieren (er verwendet das recht vielseitig),
Du reißt hier viel kurz an, so kann ich aber nicht sinnvoll darauf eingehen.
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Was wünscht ihr euch, wie sollte eurer Meinung nach Förderung aussehen?
Ich wünsch mir gar nichts, es geht nicht um mich. Allerdings würde ich mir wünschen, daß dieser pathologisierende Geist überwunden wird, ich empfinde das als persönliche Beleidigung.
Es sind die Worte, mit denen ich mich derzeit auseinandersetzen muss und mit denen ich mich nicht wohlfühle!
Du hört diese Begriffe und deren dahinter steckende Denkschemen immer wieder und wiederholst sie dann selbst, obwohl du eigentlich skeptisch oder ablehnend gegenüber ihnen bist? Du schreibst, daß du eher überfordert bist in deinem Alltag mit vielen Abläufen. Da kann sowas passieren, das weiß ich. Es ist aber in der Sache hier nicht hinnehmbar. Wir sind froh, daß wir mal wenigstens einen virtuellen Ort haben, an dem wir weitgehend nicht diskriminiert werden wollen. Und dann kommen oft NA und möchten gerne, daß man ihnen im Umgang mit Autisten hilft und tragen diese Diskriminierungen auch hier hinein. Einerseits erkenne ich und erkennen andere Nutzer an, daß es wichtig ist da ein wenig mit Rat zur Seite zu stehen. Andererseits ist es schon merkwürdig, daß NA dazu neigen sich hier wie Trampeltiere zu benehmen. Ob das wohl auf eine Störung zurückgeht? 
Mir geht es nicht um Begriffsklauberei. Auch im Umgang bei euch zuhause wird es ungünstige Ergebnisse erzeugen, wenn du gedanklich deinen Sohn pathologisierst. Denn die Pathologisierung dient oft funktionell dazu sich mit guten Gewissen über den anderen hinwegzusetzen, etc. Da viele hier im Forum soetwas erfahren haben, wollen sie vor soetwas verschont bleiben. Es ist ein Trigger, der Erinnerungen an Mißhandlungen auslöst.
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Ich hab noch wenig andere und die paar, die ich kenne verwende ich noch nicht geläufig.
Es geht nicht nur darum Begriffe auszutauschen, sondern inhaltlich in Bezug auf die eigene Betrachtungsweise eine ganz andere Perspektive einzunehmen. Man kann davon ausgehen, daß Neger eigentlich Tiere sind. Das ist nicht nur die Frage von Begriffen, sondern immer auch von Inhalten - wie stehe ich zum Gegenüber, wie werde ich mich in Bezug zu ihm verhalten?
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Ja, es ist eine Richtung ABA, was daran gut ist: es zeigt mir, was ich für meinen Sohn nicht will.
Gut, das Problem bei ABA ist denke ich meist, daß vor der Anwendnung der Dressur Mißverständnisse liegen. Das Verhalten wird als krank oder von den weisen gesunden Menschen formungsbedürftig betrachtet, statt sich mit seinem Sinn auseinanderzusetzen. Das kann nie optimal sein. Es ist ein Zeugnis der Hilflosigkeit, eine Bankrotterklärung der Ausführenden schon im Ansatz.
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Nein, seine Lebensbedingung sind alles andere als günstig. 3 Brüder, Sorgen ohne Ende, Druck von aussen was zu tun und keine Unterstützung und Zeit die geforderte Denkarbeit zu vollbringen.
Und das scheint erstmal auch ein wesentliches Grundlagenproblem zu sein. Es kollidieren also verschiedene Wahrnehmungen und dein Sohn lebt vermutlich unter nicht so optimalen Bedingungen, was ihn daran hindert sich mehr von selbst aus zu entfalten (unter passenden Umständen sind alle Kinder lernbegierig). Wie kann man dieses Dilemma lösen? Wäre das nicht erstmal ein wichtiges Hauptthema?
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Worte: er ist so beschäftigt, das Chaos, dass auf ihn einstürmt unter Kontrolle zu kriegen, dass es ihn nur noch mehr verwirrt, wenn ich mit ihm direkt spreche.
Das kann gut sein.
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Mir schwirrt so viel im Kopf rum, hab soviele Herausforderungen abseits meines Kindes zu lösen, dass mir oft nur Gedankenblitze hängen bleiben.
Und das führt wohl dazu, daß der Autist unter die Räder kommt, weil euer Leben auf völlig andere Bedürfnisse ausgelegt ist, er diesem aber dennoch einfach ausgesetzt wird.
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Vor allem durch das Auseinandersetzen mit der Aussenwelt und deren Anforderungen verlier ich gern das Wesentliche aus den Augen.
Was wenig verwunderlich ist bei dem Lebensgefühl.
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Wie sollte der spezielle Unterricht aussehen, denn du weiter oben erwähnt hast?
Ich liefere keine Patentsysteme, ich biete nur an gemeinsam zu überlegen. Autisten sind unterschiedlich, man kann etliches nicht ohne Überlegen treffen.
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Es war mit den Informationen, die ich lange Zeit erhalten habe, nicht gerade einfach zu erkennen, das ist keine Krankheit! Dieses Verständnis wächst bei mir leider auch nur sehr langsam.
Der Punkt ist wohl, daß es eine kulturelle Entscheidung ist was man als Krankheit betrachtet und was nicht. Dieser Begriff ist eine Zuschreibung. Er drückt u.a. aus was unerwünscht ist.
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von mir aus könnt er die ganze Zeit nackt herumlaufen und seine Notdurft überall verrichten.
Ich glaube nicht, daß der zweite Punkt im Interesse von irgendjemandem liegen würde.
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Ich leiste jeden Tag detektivische Kleinarbeit, herauszufinden, wie er die Welt erlebt, was er machen möchte, was ihm gut tut
Und merkst du, daß du darin immer geübter wirst?
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Und um selbständig zu essen - was natürlich auch für mich angenehmer ist - braucht es gewisse Voraussetzungen. Nur, wie komm ich bzw. er da hin?
Bis jetzt habe ich keine Idee, beschreib doch mal wie das bisher abläuft. Ich meine du hattest das noch nicht so ausführlich getan.
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Ich muss einkaufen fahren, ich kann ihn nicht solange mit seinen Brüdern allein zu Hause lassen. Das ist seinen Brüdern nicht zumutbar.
Was würde denn dann passieren? Welche Beziehung haben die Brüder zu ihm? Was denken sie?
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schön wär's, wenn ich seine Welt besser verstehen würde, es sprengt nur leider meine Grenzen.
Da ist der springende Punkt. Versuche seine Welt zu akzeptieren, beobachte ihn unauffællig. Nehm ihn wirklich sichtbar so an, wie er ist. Versuch nicht heute, was erst Jahre spæter møglich ist. Meine Mutter nannte mich Spætzuender, kam alles irgendwie 4 Jahre versetzt
Im Kindergarten wurde trainiert, nicht mehr in die Hose zu machen und dieses Training ist so in mir, das ich es immer noch zur selben Begebenheit ausuebe, was meine Mutter wiederum ærgerte, weil sie glaubte, das ich mich vor etwas druecken will
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Jammern? Ja, auch mein Leben mit einem Kind, dass ich überhaupt nicht verstehe, ist nicht einfach.
Eigentlich weisst Du jetzt schon die Grunddiagnose, da kannst Du es Dir ausrechnen, das Du eine grøssere und længere Verantwortung fuer das Kind tragen wirst, als bei anders tickenden Kindern, ob es Dir in den Kram passt oder nicht. Manche Muttis muessen ihr leben lang wickeln, weil das Kind es ein leben lang nicht fæhig sein wird.
Entwickle Tricks, wie Du ihm besser das Ding anziehen kannst. Er ist ja kein schwerstpflegefall, der dir sein ganzes Gewicht schenkt. Er kann bestimmt selbst stehen.
Wenn Du das alles nicht packst, wuerde ich Dir empfehlen einen Psychologen aufzusuchen, der Dich alleine unterstuetzt, wo Du Dich mal aussprechen kannst
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Und wenn ich und der Rest der Welt ihn ohne Worte verstehen würden - keiner wäre glücklicher als ich.
Aber Du læsst Dich unter Druck setzen von irgendwelchen Kaspern. Er kann nicht sprechen und fertig. Bei einem Taubstummen motzt man auch nicht und zwingt.
Ich weiss, Menschen sind nervig. Wir hatten einen Dobermann mit einem behnderten Bein. Das tægliche draufzeigen und rumnølen der Menschen war unertræglich. So fing an mein Mann Geschichten zu erzæhlen. Polizeihund, der Fussball spielte und sich das Bein brach und æhnliches. Ich setzte einen Text auf, der Shelas Leid erklærte und jeder der rumnølte, bekam einen Zettel. Haben schøn blød geguckt.
Deshalb teile doch die hier erstellten ESH-Blætter aus an alle, die blød gucken
und abnerven.
http://autisten.enthinderung.de/ESH-flugi1.pdf
Vielleicht kannst Du uns helfen einen anderen Flyer aufzusetzen, der mehr das Problem Deines Kindes darstellt
http://autismus.ra.unen.de/topic.php?id=1839&page=10楻
Hier ein interessanter Bericht, der aber auch zeigt, das Dein Kind ein leben lang anderes bleibt, zu einem NA absolut spætentwickelt
http://www.autismus-nordbaden-pfalz.de/autismus.htm
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Ich leiste jeden Tag detektivische Kleinarbeit, herauszufinden, wie er die Welt erlebt, was er machen möchte, was ihm gut tut und verteidige ihn nach aussen, so gut ich kann.
Versuche es auch mehr von innen. Solange Du noch freiwillig das Wort -gestørt- fuer Dein Kind benutzt, bist Du selbst nicht frei von negativen Gedanken und die hindern Dich mehr, als es gut ist.