Es klingelte ein paar Minuten darauf und jetzt schildere ich das am besten in einem Dialog Kurzform:
Ich: "Ich bin krank und dann will ich niemanden sehen. Ich will mich ins Bett legen und mich auskurieren."
Er: "Dann komm doch zu mir, dann kamn ich mich um dich kümmern."
Ich: "Nein, ich will aleine sein, weil ich krank nicht richtig denken kann und dann Zeit brauche, um zu erkennen was ich brauche. Du bringst mich dann durcheinander."
Er: "Ich lasse dich in Ruhe, du kannst ganz entspannt sein. Ich will nur nach dir sehen. Tu einfach was du möchtest und wenn du 24 Stunden schlafen willst, dann tu das."
Ich: " Nein, ich bleibe alleine."
Er: " Ok."
Ich: "Gut."
Uli blieb ruhig sitzen ...
Ich: " Warum gehst du nicht? Ich will ins Bett."
Uli: " Ja ..."
Ein paar Minuten später ...
Ich: " Du machst dir Sorgen, stimmts?"
Uli: "Ja, tue ich."
Ich: " Ich will jetzt ins Bett:"
Uli: " Dann tue das doch bei mir, ich kann dich nicht alleine lassen. Das geht nicht, niemand läßt jemanden alleine der krank ist."
Ich. "Du wirst warten bis ich meinen Widerstand aufgebe."
Uli: "Ja ... hmm."
Ich : "Ich will das du gehst!"
Uli. "Hmm ..."
Ich: " Du bist schrecklich!"
Uli: " Ja."
Ich: "Ich komme nicht mit."
Uli: "Hmm ja"
Ich: "Du wirst warten bis ich das tue."
Uli: "Hmm ..."
Ich: "Lässt du mich wirklich in Ruhe?"
Uli: "Ja, das tue ich."
Ich: "Du wirst mich nicht in Ruhe lassen. Ok, ich versuche das jetzt, ich komme mit. Aber dann läßt du mich in Ruhe. Versprochen?"
Uli: "Ja, versprochen!"
Und dieser Mann hat das gemacht, er hat Wort gehalten. Ich habe meine Sachen gemacht, meißt geschrieben. Und er hat seine Sachen gemacht,

Das kommt wir wahnsinnig bekannt vor! Das könnte so ungefähr ein Dialog von uns sein.
Gestern Morgen hatte sie auch erst gesagt, dass sie abends alleine schlafen will. Aber mir war dann schon aufgefallen, dass ich in einem ungünstigen Moment gefragt habe, als sie gerade beschäftigt war. Abends waren wir bei einer Freundin zum Film ansehen verabredet und ich war (ich weiß, das ist falsch) davon ausgegangen, dass wir danach dann bei ihr schlafen.
Ich hab dann später nochmal nachgefragt, warum sie das nicht wolle und ob sie morgens Zeit bräuchte, um ihre Sachen zu machen und ob die denkt, dass ich sie davon abhalten/sie dabei stören würde. Das hatte ich dann schon richtig gesehen, denn sie wollte morgens Wäsche machen und noch etwas lernen, bevor sie zur Arbeit musste und wußte dann quasi schon, dass sie keine Zeit zum frühstücken hat.
Als ich ihr dann gesagt habe, dass das okay ist und dass sie nicht mit mir frühstücken muss und ich ihr statt dessen das Frühstück einfach mache und an den Schreibtisch bringe, war es auch völlig okay, dass ich bei ihr übernachtet habe.
Seit ich weiß, dass ihr manche Sachen so wichtig sind und vor allem, dass sie dabei keine Unterbrechungen haben kann, kann ich auch selber besser damit umgehen.
Früher hätte ich wieder gedacht, sie möchte nicht dass ich bei ihr bleibe, weil sie mich nicht bei sich haben mag - jetzt erkenne ich schon von selber, dass sie dann wieder denkt, dass sie nicht genug Zeit für sich hat. Das hilft schon recht viel, denn wenn ich es nicht persönlich nehme, ist es auch nicht verletzend.
(und deshalb ist es dringend wichtig, dass Deine Freundin alles erfährt, Autismus ist keine psychische Störung, sondern einfach nur eine Besonderheit)
Ja, das mögen wir so sehen.
Allerdings finde ich es einfach schwierig zu sagen: "Du, Schatz, ich hab mich da mal informiert, ich glaube ich kann Dich jetzt besser verstehen, weil ich denke, dass Du autistisch veranlagt bist..".
Ich meine, ich weiß ja nicht, ob sie selber mit dem Thema irgendwann schonmal konfrontiert wurde oder sich damit beschäftigt hat. Ich gehe davon aus, dass sie mit mir darüber gesprochen hätte, wenn das der Fall gewesen wäre, alleine schon, um sich selber besser zu erklären. Dann wäre es am Anfang vielleicht leichter gewesen.
Ehrlich gesagt: Keine Ahnung, wie ich das ansprechen soll... Hm...
Danke, für Eure Antworten. Eure Erfahrungen zu hören ist für mich sehr interessant und hilft beim Verstehen.
Liebe Grüße,
B'Elan