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Autor Nachricht
B-Elan
(Angehörigenbereich)

Zitat von KleinAdlerauge:
hast Du schon mal hier reingeschaut?


Nein, den Link kenne ich nicht. Danke für die Information!
02.02.08, 14:09:27
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Das kann man nur als einen Überblick betrachten.

Allgemeiner knapper Kommentar: Warum sollte es nicht funktionieren können mit so einer Beziehung, wenn ihr euch im vollen Wissen annehmen könnt? Der rege Mensch mag oft einen Ruhepol haben, denn ich glaube ein hohes Mitteilungsbedürfis ist Folge eines Mangels. Dem Mitteilungsbedürftigen fehlt etwas, er sehnt sich danach und sucht nach dem woran es ihm mangelt.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
02.02.08, 14:16:09
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drvaust
(stillgelegt)

Zitat von B Elan:
Mein größtes Problem war immer, dass sie (z.B.), obwohl wir ein total schönes Wochenende hatte, sich dann wieder zurückgezogen hat, weil sie Abstand brauchte. Da sind bei uns immer die Gegensätze aufeinandergerasselt und mich hat das immer sehr traurig gemacht. Dieses "Freiraum schaffen" war für mich immer schlimm, weil ich es als persönliche Ablehnung empfunden habe.
Sie sagt, dass sie die Zeit für sich alleine braucht, wie die Luft zum atmen, um zu überleben.
Sie braucht die Zeit für sich alleine, um sich zu erholen. Gemeinsamkeit und Kommunikation mit Menschen, besonders Nichtautisten, ist für Autisten anstrengend. Ein erlebnisreiches Wochenende kann das noch verstärken.
Sie braucht, so wie ich das verstehe, keinen Abstand und Freiraum von Dir, sondern Ruhe. Das ist keine Ablehnung, nicht persönlich gemeint.
02.02.08, 14:34:38
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KleinAdlerauge
(Autistenbereich)

ja bei mir ist das auch so. wenn ich dann die wohnungstür hinter mir schliesse ist das, wie wenn mir jemand die ganzen geräusche aus dem kopf holt.




Musik ist der Klang ungesagter Worte
02.02.08, 15:12:07
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B-Elan
(Angehörigenbereich)

geändert von: B-Elan - 27.02.08, 11:00:44

Zitat von drvaust:
Sie braucht die Zeit für sich alleine, um sich zu erholen. Gemeinsamkeit und Kommunikation mit Menschen, besonders Nichtautisten, ist für Autisten anstrengend. Ein erlebnisreiches Wochenende kann das noch verstärken.
Sie braucht, so wie ich das verstehe, keinen Abstand und Freiraum von Dir, sondern Ruhe. Das ist keine Ablehnung, nicht persönlich gemeint.


Ich glaube, dass habe ich inzwischen verstanden und wenn ich es nicht als persönliche Ablehnung erlebe, tut es auch nicht so weh.

Was ich dann immer nicht verstehe, ist, dass ihr die Unternehmungen ja auch Spaß machen und sie auch fröhlich und ausgelassen ist. Sich dann in eine "Ruhephase" zurückzuziehen, sozusagen von jetzt auf gleich ins Gegenteil überzulaufen, kann ich nicht nachvollziehen.

Wie ist das bei Euch?
Seht Ihr das schon kommen, dass Ihr bald "Ruhe braucht" oder ist das ein von jetzt auf gleich Empfinden?

Freue mich auf Antworten. Danke.
Liebe Grüße,
B'Elan
02.02.08, 15:28:33
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B-Elan
(Angehörigenbereich)

Zitat von KleinAdlerauge:
ja bei mir ist das auch so. wenn ich dann die wohnungstür hinter mir schliesse ist das, wie wenn mir jemand die ganzen geräusche aus dem kopf holt.


Und kannst Du dann in solchen Momenten jemanden um Dich haben, der mit einem Buch in der Ecke sitzt und Dir Ruhe lässt, oder musst Du dann ganz alleine sein?
02.02.08, 15:30:15
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L4A
(Standard)

geändert von: L4A - 04.02.08, 02:01:34

Wenn sie Autistin ist und dich in ihrer Nähe zulässt, dann ist das schon ein großer Beweis von Vertrauen.
Wenn du Entäuschung zeigst über zuwenig Nähe, dann könnte sie das in die Ferne rücken lassen und das wird eine Mauer bauen, über die sie selbst nicht drüber kann.
Meine Erfahrung ist dass es total schön ist etwas zusammen zu machen, zum Beispiel zusammen zu kochen, zusammen etwas zu lesen, auch wenn jeder etwas anderes liest. Einfach da sein und das zu genießen, manchmal ein Blick, ein Lächeln, ein paar Worte.
Vor einiger Zeit mir geschehen:
Ich hatte einen recht netten Mann kennen gelernt, wir waren zusammen wandern, haben ein bisschen geredet. Ich mochte ihn gut leiden und bin auf Abstand gegangen. Brauchte Ruhe, für mich alleine sein, hatte auch einen ziemlich schlimmen Husten. Also Verabredung abgesagt, wie ich das häufig tue.
Es klingelte ein paar Minuten darauf und jetzt schildere ich das am besten in einem Dialog Kurzform:
Ich: "Ich bin krank und dann will ich niemanden sehen. Ich will mich ins Bett legen und mich auskurieren."
Er: "Dann komm doch zu mir, dann kamn ich mich um dich kümmern."
Ich: "Nein, ich will aleine sein, weil ich krank nicht richtig denken kann und dann Zeit brauche, um zu erkennen was ich brauche. Du bringst mich dann durcheinander."
Er: "Ich lasse dich in Ruhe, du kannst ganz entspannt sein. Ich will nur nach dir sehen. Tu einfach was du möchtest und wenn du 24 Stunden schlafen willst, dann tu das."
Ich: " Nein, ich bleibe alleine."
Er: " Ok."
Ich: "Gut."
Uli blieb ruhig sitzen ...
Ich: " Warum gehst du nicht? Ich will ins Bett."
Uli: " Ja ..."
Ein paar Minuten später ...
Ich: " Du machst dir Sorgen, stimmts?"
Uli: "Ja, tue ich."
Ich: " Ich will jetzt ins Bett:"
Uli: " Dann tue das doch bei mir, ich kann dich nicht alleine lassen. Das geht nicht, niemand läßt jemanden alleine der krank ist."
Ich. "Du wirst warten bis ich meinen Widerstand aufgebe."
Uli: "Ja ... hmm."
Ich : "Ich will das du gehst!"
Uli. "Hmm ..."
Ich: " Du bist schrecklich!"
Uli: " Ja."
Ich: "Ich komme nicht mit."
Uli: "Hmm ja"
Ich: "Du wirst warten bis ich das tue."
Uli: "Hmm ..."
Ich: "Lässt du mich wirklich in Ruhe?"
Uli: "Ja, das tue ich."
Ich: "Du wirst mich nicht in Ruhe lassen. Ok, ich versuche das jetzt, ich komme mit. Aber dann läßt du mich in Ruhe. Versprochen?"
Uli: "Ja, versprochen!"

Und dieser Mann hat das gemacht, er hat Wort gehalten. Ich habe meine Sachen gemacht, meißt geschrieben. Und er hat seine Sachen gemacht, elektronische Sachen gebastelt, wir haben nicht viel geredet ... außer wenns aus mir raus brach. Dann habe ich einen Redeflash gehabt, den konnte ich nicht stoppen. Je mehr ich dieses Zusammensein erlebte desto öfter, er hörte einfach zu.
Ob ich ihn liebe? Nein, das weiß ich nicht. Er hat einen großen Vorteil, er ist fast nie da, er geht auf Montage. Und ich kann tun was ich möchte, aber es fängt an mir etwas zu fehlen. Ich telefoniere nicht viel mit ihm, vielleicht 1 mal pro Woche. Dan ist es auch nur ein kurzes Gespräch.
Eines aber finde ich toll! Er ist immer da für mich, ein Lebensfreund, einer der mich versteht und wenn er das nicht tut und er merkt das, dann ist er wenigstens still und kann warten.
Was gebe ich ihm?
Fröhlichkeit, das kann ich nur wenn ich Raum habe. Stille, Einverständnis, Ruhe. Ich zeige, dass man das Recht hat zu tun was man braucht.
Einmal gab es einen Disput. Er wollte das ich mit ihm raus gehe und unter Leute. Er warf mir vor ein Zuhausebleiber zu sein und nicht unter Leute zu gehen.
Ich habe ihm erklärt dass ich die meißten Menschen nicht mag, das sie nur Unsinn reden, übers Wetter, übers Essen und Trinken und sonstige Oberflächlichkeiten. Das ich damit nicht viel anfangen und das er doch froh sein kann das ich so bin, wäre er doch viel fort.
Darauf: " Hmm ..."
Tja, so läuft das mit einem Aspie ...
04.02.08, 01:59:15
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eraser
(Autistenbereich)

Ich war noch nie mit jemandem zusammen, den ich als NT bezeichnen würde.
Ich hatte immer Beziehungen mit Menschen, die wie ich auch viel Abstand und Ruhe brauchten.
An eine Beziehung denke ich aber nur mit Schaudern zurück, obwohl der Mann aus heutiger Sicht vielleicht der autistischste von allen war. Er wollte aber dauernd reden und mich stören und mich mit seiner Nähe erdrücken und das ging nicht gut.
Heute tut mir vieles leid, was ich gesagt und getan habe. Ich konnte nicht damit umgehen, dass jemand mich ständig ansprechen wollte.

Meine anderen Beziehungen sind alle an dem Nähe- Distanz- Dilemma gescheitert. Manchmal war ich zu autistisch, manchmal der Partner.
Man muss sich eben so nehmen, wie man ist. Wenn man das weiß (und deshalb ist es dringend wichtig, dass Deine Freundin alles erfährt, Autismus ist keine psychische Störung, sondern einfach nur eine Besonderheit) kann man sich darauf einstellen und es muss nicht mit Schrei- Anfällen enden.
LGE
04.02.08, 02:19:18
Link
L4A
(Standard)

Sie braucht die Zeit für sich alleine, um sich zu erholen. Gemeinsamkeit und Kommunikation mit Menschen, besonders Nichtautisten, ist für Autisten anstrengend. Ein erlebnisreiches Wochenende kann das noch verstärken.
Sie braucht, so wie ich das verstehe, keinen Abstand und Freiraum von Dir, sondern Ruhe. Das ist keine Ablehnung, nicht persönlich gemeint.
[/quote]

Das kann ich nur unterschreiben! Einfach nur ein bisschen Ruhe ... alleine sein, sich wieder finden und fühlen, wieder denken, alleine denken. Sonst nichts ...
04.02.08, 02:50:17
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B-Elan
(Angehörigenbereich)

Zitat von L4A:
Es klingelte ein paar Minuten darauf und jetzt schildere ich das am besten in einem Dialog Kurzform:
Ich: "Ich bin krank und dann will ich niemanden sehen. Ich will mich ins Bett legen und mich auskurieren."
Er: "Dann komm doch zu mir, dann kamn ich mich um dich kümmern."
Ich: "Nein, ich will aleine sein, weil ich krank nicht richtig denken kann und dann Zeit brauche, um zu erkennen was ich brauche. Du bringst mich dann durcheinander."
Er: "Ich lasse dich in Ruhe, du kannst ganz entspannt sein. Ich will nur nach dir sehen. Tu einfach was du möchtest und wenn du 24 Stunden schlafen willst, dann tu das."
Ich: " Nein, ich bleibe alleine."
Er: " Ok."
Ich: "Gut."
Uli blieb ruhig sitzen ...
Ich: " Warum gehst du nicht? Ich will ins Bett."
Uli: " Ja ..."
Ein paar Minuten später ...
Ich: " Du machst dir Sorgen, stimmts?"
Uli: "Ja, tue ich."
Ich: " Ich will jetzt ins Bett:"
Uli: " Dann tue das doch bei mir, ich kann dich nicht alleine lassen. Das geht nicht, niemand läßt jemanden alleine der krank ist."
Ich. "Du wirst warten bis ich meinen Widerstand aufgebe."
Uli: "Ja ... hmm."
Ich : "Ich will das du gehst!"
Uli. "Hmm ..."
Ich: " Du bist schrecklich!"
Uli: " Ja."
Ich: "Ich komme nicht mit."
Uli: "Hmm ja"
Ich: "Du wirst warten bis ich das tue."
Uli: "Hmm ..."
Ich: "Lässt du mich wirklich in Ruhe?"
Uli: "Ja, das tue ich."
Ich: "Du wirst mich nicht in Ruhe lassen. Ok, ich versuche das jetzt, ich komme mit. Aber dann läßt du mich in Ruhe. Versprochen?"
Uli: "Ja, versprochen!"
Und dieser Mann hat das gemacht, er hat Wort gehalten. Ich habe meine Sachen gemacht, meißt geschrieben. Und er hat seine Sachen gemacht,


freuen Das kommt wir wahnsinnig bekannt vor! Das könnte so ungefähr ein Dialog von uns sein.

Gestern Morgen hatte sie auch erst gesagt, dass sie abends alleine schlafen will. Aber mir war dann schon aufgefallen, dass ich in einem ungünstigen Moment gefragt habe, als sie gerade beschäftigt war. Abends waren wir bei einer Freundin zum Film ansehen verabredet und ich war (ich weiß, das ist falsch) davon ausgegangen, dass wir danach dann bei ihr schlafen.
Ich hab dann später nochmal nachgefragt, warum sie das nicht wolle und ob sie morgens Zeit bräuchte, um ihre Sachen zu machen und ob die denkt, dass ich sie davon abhalten/sie dabei stören würde. Das hatte ich dann schon richtig gesehen, denn sie wollte morgens Wäsche machen und noch etwas lernen, bevor sie zur Arbeit musste und wußte dann quasi schon, dass sie keine Zeit zum frühstücken hat.
Als ich ihr dann gesagt habe, dass das okay ist und dass sie nicht mit mir frühstücken muss und ich ihr statt dessen das Frühstück einfach mache und an den Schreibtisch bringe, war es auch völlig okay, dass ich bei ihr übernachtet habe.

Seit ich weiß, dass ihr manche Sachen so wichtig sind und vor allem, dass sie dabei keine Unterbrechungen haben kann, kann ich auch selber besser damit umgehen.
Früher hätte ich wieder gedacht, sie möchte nicht dass ich bei ihr bleibe, weil sie mich nicht bei sich haben mag - jetzt erkenne ich schon von selber, dass sie dann wieder denkt, dass sie nicht genug Zeit für sich hat. Das hilft schon recht viel, denn wenn ich es nicht persönlich nehme, ist es auch nicht verletzend.

Zitat von eraser:
(und deshalb ist es dringend wichtig, dass Deine Freundin alles erfährt, Autismus ist keine psychische Störung, sondern einfach nur eine Besonderheit)


Ja, das mögen wir so sehen.
Allerdings finde ich es einfach schwierig zu sagen: "Du, Schatz, ich hab mich da mal informiert, ich glaube ich kann Dich jetzt besser verstehen, weil ich denke, dass Du autistisch veranlagt bist..".

Ich meine, ich weiß ja nicht, ob sie selber mit dem Thema irgendwann schonmal konfrontiert wurde oder sich damit beschäftigt hat. Ich gehe davon aus, dass sie mit mir darüber gesprochen hätte, wenn das der Fall gewesen wäre, alleine schon, um sich selber besser zu erklären. Dann wäre es am Anfang vielleicht leichter gewesen.
Ehrlich gesagt: Keine Ahnung, wie ich das ansprechen soll... Hm...

Danke, für Eure Antworten. Eure Erfahrungen zu hören ist für mich sehr interessant und hilft beim Verstehen.

Liebe Grüße,
B'Elan


04.02.08, 09:42:40
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L4A
(Standard)

geändert von: L4A - 04.02.08, 14:12:09

Vielleicht solltest du dir für dich selbst erst mal klar machen was Autismus für dich ist und was es bedeutet. Ich würde es jedenfalls nicht ansprechen solange es einen negativen Tough hat.
Versuche doch die postiven Seiten, auch für dich als Partner, zu sehen.
Neben einem Menschen Zeit und Ruhe für sich zu haben ist unschätzbar wertvoll!

Jetzt weiß ich woher diese doppel und dreifach Posts herkommen. Man klickt auf den Absendebutton, aber es tut sich nichts, nochmal und immer noch nichts. Ich muss einfach warten was sich tut. Sorry!
04.02.08, 14:10:22
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[55555]
(Administrator)

Wenn etwas lahmt, melde es zwecks Problemsuche hier. Es kann verschiedene Ursachen haben.
04.02.08, 14:40:49
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