03.04.11, 02:36:50
Isabella
"Ich habe mich so gefreut, daß ich garnicht lachen konnte." Was für ein Satz (!) - und jetzt wurde nicht nur die Fähigkeit zur verbalen Gefühlsäußerung sichtbar, sondern auch eine ganze kleine Welt des anders denkens, des Innehaltens in einem Moment, der genauso intensiv wahrgenommen wird wie von NA´s, nur mit anderer Reaktion.
Hintergrund ist ein Theaterstück, das sich viele Kindergartengruppen angeschaut haben. Es gab dabei eine Situation, bei der alle Kinder gelacht haben. Auf die Frage, ob er denn auch lachen mußte, hat er diesen Satz gesagt.
03.04.11, 04:11:43
Quadriga
Um Freude empfinden zu können, muss man ebenso wenig lachen, wie man Freude auch ohne Lachen empfinden kann. Manchmal kann es auch störrend sein zu lachen, oder wenn andere lachen, um Freude empfinden zu können und intensiv wahrzunehmen.
Ich freue mich zumindest über einige Dinge, ohne dies dann mit einem Lachen nach außen hin zu zeigen. Diese Freude ist dann in mir, und ich empfinde dies als schön, und muss es keinem zeigen oder mit anderen teilen. Das ist auch ein Teil meiner ganz eigenen Welt, der absolut autonom zum Außenfeld ist.
Evtl ging es ihm genauso, wie ich es hier beschrieben habe oder selbst empfinde.
03.04.11, 09:32:37
Antika
Das ist bei mir auch nicht anders. Wenn ich etwas lustig finde, dann lache ich. Auch wenn andere in diesen Augenblicken vielleicht nicht lachen. Und wenn ich etwas nicht lustig finde, dann lache ich auch nicht, egal wie viele um mich herum auch darüber lachen mögen.
Warum aber sollte ich bei Freude lachen? Nur weil ich nicht lache, heißt das noch lange nicht dass ich keine Freude empfinden kann. Manchmal merke ich aber wenn ich mich besonders über etwas gefreut habe, dass bei mir ein leichtes Lächeln über das Gesicht "huscht". Andere mögen dies vielleicht nicht einmal bemerken, aber ich selbst merke dies sehr gut.
03.04.11, 09:33:28
55555
Vielleicht lacht er eher schauspielerisch und tut das nicht mehr, wenn er sich tatsächlich sehr freut? Es kann auch an verschiedenen Arten der Freude liegen, bei manchen passt Lachen vieleicht und bei manchen nicht.
03.04.11, 21:55:24
mockingbird
Ich habe mir leider angewöhnt, aus Reflex zu lachen, wenn ich mich freue. Als eine Konditionierung der Gesellschaft. Ich bin aber dabei, es mir bewußt wieder abzugewöhnen, weil es nicht mich ausdrückt.
In Situationen, wo die Freude wirklich groß ist, hat diese Konditionierung eh versagt und ich habe gekuckt, als würd ich jemanden fressen wollen (wird mir oft gesagt). Das finde ich auch soweit in Ordnung, schließlich ist es meine Freude und die muß niemand nachempfinden können.
03.04.11, 22:59:55
Quadriga
Richtiges, lautes Lachen, also nicht ein zartes Lächeln, welches (richtiges Lachen) mit hoher Lautstärkeproduktion einhergeht, empfinde ich auch als verletzend und hasse ich an sich daher auch, da es mir weh tut in den Ohren.
Ich frage mich daher, was man hier mit Lachen explizit meint, bzw wie das Lachen sich zeigt.
Lachen bedeutet ja, dass man einen verbalen Laut von sich gibt und dabei seinen Mund i.d.R. auch u-förmig macht. Gibt man dabei keinen Laut von sich, ist es nur ein lächeln oder grinsen.
Lachst du nun auch so, dass du einen Laut von dich gibst, oder grinst du nur, mockingbird?
Ich selbst lache nach der Definition nie, wenn andere lachen, und ich selbst nicht etwas so weit lustig empfinde, dass ich lachen muss. Hingegen grinse oder lächel ich sehr oft, aufgrund Anderer, selbst wenn ich nichts daran erfreuend oder lustig empfinde; das ist dann nur ein angewohnter Reflex.
Wenn ich etwas lustig empfinde grinse ich meist nur; wenn es nur mäßig lustig ist, grinse ich nur ganz kurz; und wenn etwas sehr lustig ist für mich, dann lache ich auch mal.
Dabei ist dann für mich mein eigenes Lachen auch nicht für mich selbst verletzend in meinen Ohren. Also wenn ich lache, sind es eher so Quietsch-Geräusche, oder Geräusche, welche sich so anhören, als würde man ersticken, weil die Stimmbänder sich verkrampft haben, oder meist auch nur stärkere Atemgeräusche, welche auch entstehen, wenn man nur schnell ein- und ausatmet. Ich lache also niemals so, dass ich mit voller Stimme Laute erzeuge, die mir in den Ohren weh tun.
Ich habe hier ein Vorstellungsvermögenproblem, wenn man schreibt, dass man lacht, weil dabei nicht klar ist, wie intensiv sich dieses Lachen dann tatsächlich zeigt. Es wäre daher evtl günstig, wenn man scheibt, dass man laut/stark laccht, oder nur leise/zielich, damit klarer wird, was mit "lachen" gemeint ist. Evtl müsste man dafür auch mal neue Worte einführen, mit denen man solche Unterschiede deutlicher darstellen kann. "Freuen", "Grinsen"/2Lächeln" und "Lachen" sind da viel zu wenig für mich. Oder kennt jemand noch ein Wort für sehr Lautes und Starkes Lachen?
03.04.11, 23:13:16
Ozelot
Bei mir ist das sehr oft so, dass ich mich innerlich freue aber es äußerlich kaum zeigen kann. Mit dem Lachen ist es fast genau so. Ab und zu mal kann ich auch lachen aber von anderer Qualität. Ich lächel dann für ein paar Sekunden aber mehr auch nicht.
04.04.11, 01:39:34
Isabella
Vielen Dank an Euch alle für die kleinen Ausflüge ins Lachen. Euch geht es ja ähnlich.
5555: Ja das stimmt mit dem eher schauspielerischen Lachen. Das Lachen beim Fangen spielen, oder wenn wir uns über einen Begriff lustig machen, klingt bei ihm ganz anders, als wenn er meint, durch sein Umfeld animiert sein zu müssen.
Ozelot: ebenso