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A versus NA - gegenseitige konstruktive Ergänzung denkbar?

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13.01.11, 16:47:23

55555

Zitat von payaniva:
vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt, mal ganz abgesehen von A und NA ich wollte damit in Frage stellen, ob Gott wirklich alles plant und Menschen auf die erde schickt die nur ein kurzes Leidvolles Leben haben.

Weswegen bezeichnest du dich als Christ? Soweit ich die Bibel verstehe ist der Zweck dieses Daseins eindeutig nicht Unbeschwertheit, sondern das Überwinden der Sünde. Glaubst du daran, daß mit den Tod des Körpers das Leben des Menschen als Individuum endet?
Zitat von biene63:
Ich hatte mit diesem Thread die Absicht, die bisherige traditionelle Pro-Contra-Diskussion mal etwas zu durchbrechen.

Ein Forum betont Kontroversen, weil die Themen über die diskutiert werden kann eben vor allem solche Themen sind. Vielleicht entsteht so der Eindruck einer tatsächlichen Zerrüttung? Gegenseitige Akzeptanz zu leben bin ich gerne bereit, allerdings habe ich Zweifel ob die meisten NA dazu überhaupt nachhaltig fähig sind aufgrund ihrer Veranlagung. NA sind z.B. aufgrund ihrer rudelfaschistischen Veranlagung soweit ich es sehe stets eine gesellschaftliche Zeitbombe.
13.01.11, 17:15:02

schneeweiß

Zitat:
Nicht-Autisten meinen, Autisten "hilfreich beistehen" zu müssen...und erwirken Diagnostik, Gerichtsurteile, Pflegestufen, Schwerbehindertenausweis, Gesetzliche Betreuung usw


Ich bin NA, mein Sohn ist A. Ich hoffe, dass ich meinem Sohn hilfreich beistehe, u.a. indem ich mit ihm zur Diagnostik in die Autismusambulanz gegangen bin, einen SBA beantragt und das "H" gerichtlich für ihn erstritten habe. Vor der Diagnose hatte mein Sohn vor allem in der Schule große Schwierigkeiten. Auch zu Hause gab es zeitweise Schwierigkeiten, weil ich die Handlungen meines Sohnes oft nicht verstehen konnte (und er meine sicherlich auch nicht).

Durch die Diagnose habe ich verstanden, warum mein Sohn so ist wie er ist. Von meinem Sohn wurde dadurch ebenfalls Druck genommen. Er fühlte ja auch, dass er anders ist als seine Mitschüler. Nun wusste er, was mit ihm los ist. Ich habe mich darum gekümmert, dass er in der Schule Verständnis und Unterstützung erhält.

Durch den SBA mit Anerkennung der Behinderung rückwirkend ab Geburt haben wir eine schöne Steuerrückzahlung bekommen. Von diesem Geld bezahlen wir die Ausbildung meines Sohnes an einer kleinen privaten Berufsfachschule. Diese Schule hat sich mein Sohn selbst ausgesucht und er fühlt sich dort sehr wohl.

Vor der Beantragung des SBA habe ich mit meinem Sohn gesprochen. Er fand es richtig, den SBA zu beantragen. Mein Sohn braucht nach wie vor verschiedene Hilfen, um dem Alltag in der NA-Welt gerecht zu werden. Die Hilfen, die er braucht und die er möchte, gebe ich ihm so gut ich kann.
13.01.11, 18:35:21

payaniva

Zitat von 55555:

Weswegen bezeichnest du dich als Christ?


Hm weil ich Katholik bin ? Weil ich der katholischen Kirche angehöre ? Und ein leben nach dem Tod würde ich mir wünsche, aber ganz glauben kann ich das nicht.
Ich weiß nicht was ich glauben soll ich bin damit immer im Zwiespalt, manchmal denke ich, ja vielleicht gibt es da oben einen Gott, manchmal aber auch nicht. Von daher kann ich dir leider keine klare Antwort darauf geben ich weiß sie selber nicht.

Ich sehe das auch nicht so, das die Menschen früher besser zurecht kamen und es ein besseres Miteinander gab.

Warum gab es dann die kreuzigungen, warum gab es dann die Hexenverbrennung ? Warum gab`s die Steinigung ? Warum gab es den Exorzismus ? Wenn früher die Menschen mehr Akzeptanz gehabt haben sollten wie heute ? Warum wurden kranke auf eine andere Insel gebracht und wie Vieh behandelt ? zb die Lebrakranken ?

Da bin ich froh in der heutigen Zeit geboren zu sein, wo all dieses nicht mehr mit Menschen gemacht wird, wo es dafür Strafen gibt und ich denke in der heutigen zeit ist mehr Akzeptanz für das Anderssein jeglicher Art , wie früher, gehe ich jetzt nur mal von Europa aus. Ich weiß nicht wie es auf den anderen Kontinenten ist.

Das Interesse ist jetzt auch da Autisten zu verstehen, sonst würden ja nicht Filme darüber gemacht, oder Reportagen,ok die Aufklärung in manch Filmen läßt sehr zu wünschen übrig, aber es wird versucht. NA würden sich ja dann nicht in Foren anmelden, wo zum größten Teil Autisten sind. Eltern von A würden sich nicht suchen und versuchen Erfahrungen auszutauschen, wenn sie nichts verbessern wollten, also die Beziehung zum A Kind.

Ich sehe schon den Weg in die richtige Richtung. Wer weiß wie es in 50 Jahren aussieht ? Der Grundstein ist zumindest gelegt, das Interesse an der Anderswelt und nicht die Verachtung wie es damals war, es könnte besser sein und es wäre schön, wenn wir jetzt schon die Zeit hätten wo man sich diese Frage nicht mehr stellen müsste, aber ich glaube daran das die Aufklärung begonnen hat und irgendwann der Durchbruch geschafft ist, alle NA zu erreichen und das Autisten sich dann genauso frei bewegen können wie wir NA ohne schrägen Blick, ohne Fingerzeig und so.
13.01.11, 19:04:34

biene63

Zitat von Fundevogel:
biene63: Zielst du auf einen Katalog ab? Wenn/Dann?

Ja, auch!

Ich ziele ab auf "Etwas", das im beruflichen Lebenslauf als Kompetenz-Potential aufgelistet wird.
Im Lebenslauf schreibt doch keiner von uns:
Guten Tag, ach übrigens ich bin Autist...und deswegen kann ich xxxx nicht....

Sondern - ich nehm mal an, wir alle tun das, hmm - wir listen doch solche Stichworte auf:
- bin kreativ und sehr befähigt in der Softwareprogrammierung...
- habe umfangreiche Kenntnisse zum historischen Datenmaterial aller Art zum deutschen und internationalen Verkehrswesen
- erforsche in folgenden Fremdsprachen jene lingustischen Forschungsthemen.....

Das sind hier fiktive Umschreibungen wie Autisten sich "positiv" mit ihren Kenntnissen + Fähigkeiten im beruflichen Lebenslauf darstellen können.

Na ja - und mir gehts halt bezüglich eines Aufbaus einer Projekte-Ideen-Börse nicht um die Einschränkungen von Autisten, sondern um "autistische Fähigkeiten"...solche Fähigkeiten, die NA sich oftmals wünschen, aber halt nicht haben. Beispiel:
- besonderer Blick für Details, ohne zuerst den Kontext zu beachten
- besondere Fähigkeit, sich ausschliesslich auf die Sachinformation konzentrieren zu können.
- besondere Fähigkeit, bei Bedarf "emotionale Informationen auf der Verstandesebene betrachtet und verarbeitet" hinzuschalten zu können - oder auch abschalten zu können...ist wie ein besonderer Filter.

Ich stell mir so eine Art von Castingmappe für bestimmte Projekte vor. Nicht alle Autisten haben an allen Themen Interesse und-oder sind zur Mitarbeit in allen Projekten geeignet. Ist glaub ich bei NA genauso.

Ich stell mir vor, hier an dieses Forum könnte gut ein "Think Tank" angeschlossen werden. Projekte könnten entsprechend des jeweiligen Anfragebedarfs hier im Forum oder woanders, aber online besprochen werden....unter gezielter Nutzung "autischer Fähigkeiten-Qualitäten"

Leute mit Hochbegabung engagieren sich schon lange in solchen Think Tanks, in der Schweiz wird das viel gemacht. Was ist mit Leuten in Deutschland?

lg biene63
13.01.11, 19:13:20

55555

Nach dem Selbstverständnis der rk Kirche ist es meines Wissen so, daß eine kirchenamtliche Zugehörigkeit nicht entscheidet, ob jemand Christ ist, denn es gibt "Sünden", die von selbst eine Exkommunikation bewirken, auch wenn diese verborgen bleiben.

Das was du diesbezüglich anzweifelst ist aus meiner Sicht nicht entscheidend, wirkt aber auch nicht so auf mich als hättest du dich schon besonders eingehend mit deiner Religion auseinandergesetzt. Du bist z.B. auf den Punkt "Sünde als Ursache für Leid" noch gar nicht eingegangen. Kannst du klar anderes aus der Bibel ableiten?

Besonders im Fall von Autisten bin ich mir auch sehr sicher, daß früher Autisten nicht so stark ausgegrenzt wurden. Vielleicht hast du die ESH-Site auch noch nicht ganz eingehend studiert?
13.01.11, 19:43:50

biene63

@55555: Wen sprichst Du an? "Sünde als Ursache für Leid" war und ist nirgends mein Thema. Meinst Du payaniva? Bitte entsprechend ansprechen, sonst kann ich nicht zuordnen, wer gemeint ist. Danke. lg biene63
13.01.11, 21:43:57

payaniva

geändert von: payaniva - 13.01.11, 22:05:19

@ 55555

Wäre es möglich alle Beiträge die um Religon und Gott auszusortieren und in ein extra Thema unterzubringen, ich denke es führt sonst für Biene und andere User zur Verwirrung.

Ja teilweise hast du Recht, ich kenne die Bibel nicht von Anfang bis Ende, sie steht zwar bei mir im Regal, hab auch schon mal das ein oder andere mal Abschnitte gelesen, aber nicht komplett. Als Kind bin ich jeden Sonntag in die Kirche gegangen, habe so einiges von der Religon erfahren, kennen gelernt, wie sagt man?
Ich habe im Religionsuntericht großes Interesse gehabt, meine Einstellung zur Kirche war als Kind eine andere, wie heute, als Kind habe ich geglaubt.
Nur dann kamen die Zweifel, was habe ich zb getan, das Gott mich hätte so bestrafen müssen als Kind ? Ich komme aus einer Familie mit noch weiteren 5 Kinder, wir waren 6, aber ich war die einzigste die jeden Tag geprügelt wurde, Prügel für mich standen an der Tagesordnung, weil ich als Kind auch anders war, ich bin es heute noch.
War das die Sünde ? Das ich anders war, musste man mir dann so ein Leid zu fügen ? Und mit Prügel meine ich nicht eine Backpfeife oder so, nein ich wurde richtig verprügelt, ich wurde an den haaren die Treppe hochgezogen, meine Mutter hing auf mir und schlug auf mich ein, sie trat mich usw und das fast tägl. Liebe habe ich keine bekommen, wenn ich mal so funktionierte wie man es erwartete , dann gabs dafür auch keine große Beachtung. Die körperliche Gewalt die ich als Kind aushalten musste, war aushaltbar aber die psychische nicht, diese Wunden sind nie verheilt. Ich hab als Kind gelitten, das ich immer der Aussenseiter war, das meine Mutter mir ins Gesicht sagte, sie wollte mich nicht.

Und ich hab als Kind oft an meiner Fenster gesessen und in den Himmel geschaut und immer Gott angebettelt, bitte lass das aufhören, aber es hörte nie auf.

Mit 15 bin ich von zuhause ausgezogen und ich war nicht in der Lage Beziehungen zu Menschen aufzubauen und aufrecht zu halten, ich bin es heute immer noch nicht, ich kann nur sehr schwer Liebe zulassen, ich habe große Probleme wenn mein LG mich umarmt, ich denke es liegt daran, weil ich es so gewohnt war, nur gehasst zu werden. Ich kann nicht auf menschen zugehen und sagen hier bin ich oder so, geht nicht, ich habe immer diese Blockade in mir, die mich daran hindert, einerseits wünsche ich mir das, Kontakt also realen Kontakt selber aufzubauen, aber ich kann es nicht. Freundschaften halten bei mir nicht, ich kann nicht telefonieren, weiß dann nicht, was soll ich sagen ?

Ich brauche zuhause meine freie Zeit, ich brauche meine Auszeiten, ich ertrage das in der zeit dann nicht, Menschen selbst meinen LG um mich zu haben, bekomme ich die Auszeit nicht, muss ich mich auch sehr unter Kontrolle halten, nicht los zu schreein, ich hab mich unter Kontrolle, ich hab es gelernt, aber vergehen tage, ohne das ich Freiraum habe, habe ich so eine innere Unruhe in mir, das ich die kaum aushalte, ich kann die nicht mal erklären, es fühlt sich an, als würde ich innerlich zereissen. Ich steh mir die meiste zeit selber im Weg, dieses Gefühl habe ich zumindest, an manchen Tagen kann ich mich selber nicht leiden.

Was hatte ich also Gott getan, das er mich so leiden ließ ?
Meine Mutter hat mir oft gesagt, sie wollte mich nicht, nach der Geburt habe sie mich verweigert,weil ich nicht das geworden bin was sie sich wünschte, warum wollte sie mich nicht, warum wollte sie aber alle andrern 5 Kinder und ich war nicht das letzte Kind, ich war das 2. Diese Fragen habe ich mir immer und immer wieder gestellt.

Und deswegen bekam ich Zweifel, das es den gott gibt, ich kenne die Geschichten, ich kenne die 10 Gebote usw und Zweifel heißt ja nicht das ich gar nichts mehr glaube.
Als ich mit meiner Tochter schwanger war und Ärzte ihr das Todesurteil aussprachen, da habe ich jeden tag zu Gott gebeten, gebten er soll mir bitte dieses Kind lassen, es hieß wenn sie überlebt wird sie schwer geschädigt sein und schwer behindert, ich hab zu Gott gebeten, ich nehme es auf mir, aber bitte nehme sie mir nicht und ich habe ein gesundes Kind zur Welt gebracht, selbst die ärzte staunten und sagten die ist ein Wunder.
Ja für mich ist meine Tochter auch ein großes Wunder und ich glaube sie war ein Geschenk Gottes, er hat mich erhört. Warum sonst kam sie doch Lebend zur Welt, sie ist die ITS zeit fast komplikationsfrei durchmarschiert und das mit 620g :) Und sie hat keine Hirnschädigungen, sie hat auch so keine Behinderungen, da war eine höhere macht am Werk, das ist mein Glaube, sonst hätte sie es nicht geschafft.

Aber diesen zwiespalt werde ich nicht los, vielleicht weil ich es zu sehr mit meiner eigenen Kindheit verbinde.

Anderseits denke ich auch, vielleicht sollte das so sein, damit ich mit meinen 4 besonderen Kinder besser zurecht komme ? Ich kann in P manchmal lesen wie ein buch, weil ich teilweise genau die gleichen empfinden habe wie er, ich kann es nachempfinden, wenn er es nicht leiden kann umramt zu werden, weil ich weiß wie dieses Gefühl ist, ich habe das auch. Ich kann es verstehen das er lieber für sich ist, als in einer Gemeinschaft, ich bin es auch, zumindest die meiste Zeit bin ich lieber für mich alleine. Ich kann es nicht ertragen ständig leute um mich zu haben, deswegen verstehe ich das bei P
Ich werd aggressiv wenn ich geräusche höre, die mich belästigen, deswegen kann ich es total nachempfinden, wie P sich fühlt wenn er Geräusche hört, die er nicht ertragen kann. Ich bin nicht wie er, wir unterscheiden uns in anderen Dingen sehr, aber ich habe die Fähigkeit mich in ihn hineinzuversetzen, zumindest zum größten Teil.

Naja wie du siehst, weiß ich selber nicht, was in meinem Kopf los ist, ich kann mich nicht entscheiden, ob ich nun Glaube oder nicht, ich bin irgendwo dazwischen.
Und um vielleicht irgendwann eine Antwort für mich zu bekommen, vielleicht hinterfrage ich deswegen soviel? Nicht mal das weiß ich.
13.01.11, 22:11:52

55555

Zitat von biene63:
"Sünde als Ursache für Leid" war und ist nirgends mein Thema.

Doch in gewisser Weise kann ich das schon aus dem Eröffnungsbeitrag ableiten.
Zitat:
Meinst Du payaniva?

Ja, ich hatte meine Antwort begonnen bevor du deine abgesendet hattest.
Zitat von payaniva:
Nur dann kamen die Zweifel, was habe ich zb getan, das Gott mich hätte so bestrafen müssen als Kind ?

Daß Sünde (= Trennung von Gott) Ursache für Leid ist bedeutet nicht, daß jemand, der viel leidet auch viel in Sünde lebt. Das ist schon Thema im Buch Hiob/Job.
Zitat von Heb 12,4-6:
Ihr habt noch nicht, wider die Sünde ankämpfend, bis aufs Blut widerstanden, und habt der Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: "Mein Sohn! Achte nicht gering des Herrn Züchtigung, noch ermatte, wenn du von ihm gestraft wirst; denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er geißelt aber jeden Sohn, den er aufnimmt".
 
 
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