Eine delikate Frage?
03.05.09, 08:31:37
Viktor
Wie geht dass?
Autisten moegen in der Regel wenig Naehe und keine Beruehrungen.
Wie funktioniert das dann mit dem Sex und wie kann man ein heranwachsendes Kind dann in sich ertragen?
Ich selbst bin asexuell, habs mal ausprobiert, es geht nicht, zu nah, zu unsinnig und diese Fummeleien hab ich alle abgewaehrt, fuehlt sich unschoen an. Meine Liebe ist rein kindlich, bin gefuehlsmaessig bei zirka 9 Jahren haengen geblieben.
03.05.09, 08:59:11
Ex-Gast
Ich bin da eine ausnehme ich hab nix gegen Berührungen(wobei ich das umarmen von meinen Eltern nicht angenehm finde, aber meine Geschwister umarme ich schon gerne) und ich glaube bei denn die Berührungsangst haben kommt es drauf an was überwiegt Liebe oder Berührungsangst.
03.05.09, 10:11:02
55555
Bisher wurde hier von etlichen Autisten geschrieben, daß sie Berührungen z.B. von eigenen Kindern oder Haustieren mögen würden.
03.05.09, 11:35:47
Bluna
Bei mir ist es so,dass ich Berührungen mag,die sozusagen vorher abzusehen,oder angekündigt sind.
Wenn ich nicht mit einer Berührung rechne und sie erfolgt,kann es passieren,dass ich ausschlage.
Was gar nicht geht,ist festhalten,da werde ich regelrecht aggressiv.
03.05.09, 12:05:21
Hans
geändert von: Hans - 03.05.09, 12:06:44
Genau so ist es auch bei mir, als mich meine Freundin damals
von hinten überraschend umarmt hat, war das unangenehm.
Wenn ich aber von vorne "angegangen" wurde, gefiel es mir.
03.05.09, 13:37:29
akurei
Ich habe damals versucht mich dahingehend zu engagieren, in der Hoffnung, dadurch in den Kreis der Jungs auf dem Schulhof aufgenommen zu werden. Ansonsten gab es da keine weiteren Beweggründe. Als es dann so weit war, habe ich das Ganze dann zum Verblüffen meiner Freundin verworfen.
Ironie, dass sich viele autistische Jungs ohne Diagnose so sehr anstrengen dazuzugehören und dann Jahre später merken, dass sie das niemals werden.
03.05.09, 13:46:54
Hyperakusis
Ich finde es nicht ganz unproblematisch, tue mich recht schwer in der Hinsicht weil ich irgendwie alles steuern muss, oft eine innerliche Leere spüre, viele Signale nicht wahrnehme bzw. deuten kann auch wenn ich die Nähe und den Kontakt begehrter weiblicher Personen sehr gerne habe. Seit der Diagnose und der damit eingetretenen Selbstakzeptanz hatte ich leider keinerlei Erfahrungen mehr in der Hinsicht gemacht. Ich stand früher sehr unter Druck, nähmlich das wahre Ich zu unterdrücken und damit dauerhaft dieses Schauspiel zu veranstalten NA zu sein. Ausserdem störte mich dass ich selbst in Freundinnen das erkannte was mich in der Gesellschaft doch zo erdrückte. Ich habe mich im übrigen auch oft gefragt wie die eine oder andere Person dass scheinbar so unproblematisch alles hinbekommen hat wenn man mal die bekannten Probleme berücksichtigt was Nähe, Berührungen, Blickkontakt etc. betrifft.
03.05.09, 13:52:29
Miezekatze
bei mir ist es ähnlich wie bei Bluna.
das gefühl eines heranwachsenden kindes in mir habe ich interessant gefunden.
meine kinder waren im bauch beide eher sehr ruhig und da ich die ganze schwangerschaft über jedes mal besorgt war, ob auch alles in ordnung ist, war ich immer sehr erleichtert, wenn ich ihre bewegungen spüren konnte.
03.05.09, 15:20:15
Bluna
Interessant ist,dass ich alle drei Kinder immer im Maxi-Cosi herumgetragen habe,nicht am Körper.
03.05.09, 15:35:05
Coyote
geändert von: Coyote - 03.05.09, 15:36:14
Als mein Kind klein war, hab ich sehr gerne mit ihm gekuschelt. Fand es auch schön.
Heute umarmt
er mich (ist 17 Jahre), ich nicht mehr so, bin da auch distanzierter. Lasse es aber zu, wenn er es mal macht.
Bei meinem Mann muss ich zugeben, war es früher so, dass er sehr geduldig mit mir ist/war. Nach einem halben Jahr dürfte er mich küssen, aber ich wusste nicht, was das soll, fand/finde es irgendwie ekelig. Aber wenn das dann sein muss und dazu gehört, na - Augen zu und durch. Alles andere möchte ich hier nicht beschreiben.
Er war aber immer sehr rücksichtsvoll.
Genau, wenn es nicht unerwartet kommt, geht es so. Aber zur Zeit geht nix mehr.
Von anderen (Außenstehenden) mag ich gar nicht berührt werden. Die merken das aber auch, sehen, dass ich einen Schritt zurück mache.
Meinem Hund streiche ich sehr gerne über das Fell und wühle da drin rum. Wusel mich auch mal mit dem Kopf hinein. Ist Boder-Colly - Labradiner-Mix.
Im Moment hält mich dieser Hund irgendwie aufrecht. Klingt blöd, aber ist so.
03.05.09, 21:55:19
drvaust
geändert von: drvaust - 03.05.09, 21:58:21
Sex habe ich für mich abgehakt, das geht wahrscheinlich nicht, ist mir zu riskant. Ich habe es zwar noch nie ausprobiert, die Vorstellung ist aber schon unangenehm und bei großer Nähe habe ich mich nicht mehr richtig unter Kontrolle (gefährlich).
In der Pubertät war es für mich selbstverständlich, daß Sex sein muß, aber ich hatte keine Ahnung wie. Das war wohl besser so.
:( Im allgemeinen vertrage ich Nähe schlecht. Hand geben kann ich, dabei empfinde ich meistens nichts, aber nicht mehr. Grundsätzlich ist für mich jede Berührung eines Menschen, besonders nackte Haut, eklig. Professionelle Berührung, z.B. beim Arzt, geht in Grenzen. Unerwartete Berührung, besonders Festhalten, kann bei mir gefährlich werden, dann schlage ich sofort zu und bekomme eine Mordswut.
Vereinzelt ist Berührung durch eine besondere Person für mich sehr angenehm. Aber dann bin ich kurz vom Durchdrehen, Overload durch Überreizung oder ich schlage um mich. Das macht sich beim Sex nicht gut.
03.05.09, 22:35:12
Hans
geändert von: Hans - 03.05.09, 22:36:30
Ja, aber so ein Bißchen "durchdrehen" gehört da mit dazu,
das ist richtig "Äktschen", das kann auch Dir Spaß machen.
Ich war, bevor mir die Unschuld geraubt wurde, sehr in Sorge,
ob ich das ertragen würde, ob ich in einem Bett mit einem anderen Menschen schlafen könnte usw.
Dann kam die Situation und ich erlebte und schlief auch gut.
Als ich vor ihr in ihren Armen aufwachte und es ganz ruhig war,
sich nichts bewegte,
habe ich die Situation richtig genossen.
Als sie dann aufwachte und gleich wieder Sex wollte, wurde es mir zuviel und ich bin ruckartig raus aus dem Bett, ins Gewand und auf und davon.
Sie hat schon ein Wenig blöd geschaut, aber sie kam wieder und wieder zu mir,
so ein Mädel von 23 Jahren verträgt schon was.
Ich war 28 und empfand es als etwas früh, weil ich mich eben wie
sechzehn fühle.
Ich wünsche Dir einmal ein (vielleicht auch) autistisches Mädel,
das Dir gefällt und die auf Dich mit Deinen Besonderheiten richtig eingeht, Dich nicht bedrängt und so, dann wirst Du sehen,
es macht Spaß, es geht, ja wirklich.
Sonst wären wir Autisten doch schon lange ausgestorben.