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25.03.09, 19:39:19

zoccoly

geändert von: zoccoly - 25.03.09, 19:42:15

Ich möchte nicht jammern, aber ich habe in der nächsten Woche meinen Diagnosetermin. Da ich immer über alles die Übersicht behalten möchte und nach Möglichkeit alle Eventualitäten ausschliessen will, habe ich den Termin auf meinen Unterrichtstag gelegt, an dem ich nur einen Block unterrichte.
Die Vorbereitung darauf bestehen in drei A4 Seiten, in der Hoffnung die Ärztin liest sie und stellt nicht permanent Fragen.
Vergangene Woche kam mein Abteilungsleiter auf die Idee, dass wir genau an diesem Tag einen Tag der offenen Tür machen könnten.Ich sagte ihm gleich, dass ich nicht könne, da Arzttermin, auf den ich schon drei Monate warte und den ich auch nicht verschieben möchte.
Jetzt teilte er mir mit, dass ich zusätzlich über 180 min einen offenen Unterricht in die Nachmittagsstunden hinein halten sollte, in den Eltern, zukünftige Schüler einfach mal hinein schauen könnten, um sich über den Unterricht zu informieren. Schon die Vorstellung, dass mein Unterricht permanent gestört werden sollte, bringt mich schon langsam in Panik, dass ich mich dann aber nach diesem Stress, auf irgendwelche Fragen konzentrieren könnte, halte ich für unwahrscheinlich. Ich bin nicht der Typ, der sich jetzt eiskalt für diesen Tag einen Krankenschein besorgt, aber mehr als Sorgen mache ich mir schon.
Habt ihr eine Idee, wie ich trotz Dauerstress an diesem Tag abends noch halbwegs klar sein kann? Oder kann ich mich noch anders vorbereiten?

mfG. zoccoly
25.03.09, 22:17:53

haggard

persönlich würde ich es nicht schaffen, funktionsfähigkeit vorzugaukeln. zu einem gespräch, später, wäre ich nicht fähig. jeder mensch ist anders.
26.03.09, 10:02:43

Miezekatze

ich weiß leider nicht, was ich dir raten könnte.

für mich wäre es schon unvorstellbar, "normalen" unterricht zu geben; dass ständig jemand anderer in den raum kommt und dreinredet, ist ja noch eine schlimme verschärfung.
mir würde es wahrscheinlich am dem tag in der früh schon schlecht genug für einen tag krankenstand gehen.

zum diagnosetermin selbst:
ich hatte für meinen ersten termin auch einige a4-seiten vorbereitet. die psychologin hat sie gerne genommen und gesagt, das liest sie dann irgendwann. sie hat alle meine informationen auch tatsächlich für die diagnose verwertet, aber vom gespräch habe ich mir damit nichts erspart.
26.03.09, 11:57:12

akurei

Erstmal Respekt dafür, dass du Lehrerin bist. Du bist quasi jeden Tag hunderten von Fremden ausgesetzt. Deren Alter wäre hierbei für mich nicht mal eine Erleichterung, da jungen Menschen oftmals ein gewisses Augenmaß für die Verhältnismäßigkeit der Dinge fehlt.

Ich würde das nicht schaffen, evtl. Medikamente für Beruihung in Dosierungen, die dich weiterhin kompetent erscheinen lassen, die jedoch etwas beruihgen und nicht zu sehr ermüden?
26.03.09, 12:59:38

Löwenmama

Ich kann Dir leider auch nicht weiter helfen...ich war schon kaum dazu in der Lage,in der Schule mal ein Referat zu halten...das fühlte sich immer an wie "ein kleines Stück sterben"...
Ich habe bei meinem Diagnose-Termin auch stichpunktartig notiert,was bei mir so "besonders" ist und hatte vorher auch schon email-Kontakt mit dem Arzt und hatte da schon Unterlagen ausgefüllt...der Arzt fand meine Notizen sehr hilfreich,fragt auch,ob er die behalten könne,weil sie wohl gut strukturiert und auch anwendbar auf andere Patienten seien...hat mich auch irgendwie gefreut...
26.03.09, 16:58:44

zoccoly

Ich danke euch allen erstmal für die Antworten und lass mir irgendwas für diesen Tag einfallen, besonderen Unterricht oder so,noch keine Ahnung.
Leichte Beruhigungsmittel werde ich mir auf jeden Fall besorgen, danke für den Tipp.

mfG zoccoly
26.03.09, 17:38:32

55555

Ich persönlich würde gar nicht erst anfangen mich zu "dopen" um leistungsfähiger zu sein. Es ist denke ich gut auch kritische Situationen einfach kommen zu lassen, wenn man sie schon hinnehmen will. Das ist dann eben das Leben.
26.03.09, 18:19:31

haggard

in kritischen situationen wäre ich innerlich panisch, äußerlich wahrscheinlich regungslos. bei frontalunterricht mit publikumsverkehr (bei denen lehrer wahrscheinlich auch noch angehalten werden, irgendetwas aktives zu veranstalten anstelle von stillarbeit - zumindest waren die lehrer in meiner erinnerung bei derartigen situationen immer sehr kreativ/aufgekratzt) - würden fremde, die für eine sekunde in das zimmer schauen, vielleicht nichts bemerken, aber die schüler... (will das nicht weiter ausspinnen.;) ). jedenfalls würde ich meinen eigenen an mich gerichteten anforderungen nicht einmal mehr ansatzweise gerecht werden können.
26.03.09, 19:03:32

zoccoly

geändert von: zoccoly - 26.03.09, 19:04:36

@ 55555
Prinzipiell gebe ich dir recht. Ich halte auch nichts von einer Erhaltung der Leistungsfähigkeit durch Medikamente. Es ging bei dem Tipp von akurei aber auch nicht darum, zumindest habe ich es nicht so verstanden, sondern nur um die besondere Situation.
Warum ich die Diagnose dringend benötige, möchte ich nicht im öffentlichen Forum erörtern. Es ist aber so, dass ich Weisungsempfänger bin und Weisungen auch erstmal hinnehmen muss. Da nun der Diagnosetermin, der mir sehr wichtig ist, und der offene Unterricht auf einen Tag fallen, bin ich in einer Ausnahmesituation.
Meinen Zustand beschreibt azrael sehr gut.
Meine Frage war vordergründig nach weiteren Möglichkeiten für die Vorbereitung des Diagnosetermins.

27.03.09, 01:29:38

Isabella

Daß Dich Dein Oberhäuptling an besagtem Tag der offenen Tür zum Vorzeigen einsetzt (180min. lang), würde ich jetzt erstmal als große Ehre verstehen. Das bedeutet, daß Du Deinen Job gut machst! Vielleicht kannst Du diese Anerkennung für Dich verinnerlichen und schaffst diese Hürde mit dem Gedanken: "Ja, ich zeige gern, daß diese Schule nebst Unterricht gut ist, und ich bin die Lehrerin."
Ist Dein Diagnosetermin am Vormittag? Falls Du zeitlich in Bedrängnis geraten solltest: schicke doch der Ärztin alles schriftliche per Post und lasse den Termin verlegen. Nochmal warten ist nicht das Schlimmste. So würde ich das jetzt sehen. Im Mittelpunkt Deines Lebens steht u.a. auch Dein Beruf als Lehrerin. Der Umstand, daß die Diagnose, mit der Du bislang nicht auskommen mußtest, nochmal um x Zeit verschoben wird, ist wirklich nicht gewichtiger.
Auch wenn momentan die Sache mit der Diagnose Dein seelisches Wohlbefinden komplett einnimmt, stärken meiner Erfahrung nach Anerkennung,Liebe und Ehre das innere Gleichgewicht viel mehr als irgendeine Diagnose.
27.03.09, 05:15:28

drvaust

Zitat von zoccoly:
Meine Frage war vordergründig nach weiteren Möglichkeiten für die Vorbereitung des Diagnosetermins.
Ich würde den Diagnosetermin nicht weiter vorbereiten.
Du hast schriftliche Erklärungen zusammengestellt. Vermutlich kennst Du auch den Weg zur Diagnosestelle. Also bist Du vorbereitet.
Dann gehe einfach hin und überlasse die Diagnose der Ärztin.
Wenn Du Dir vorher zu viele Gedanken machst, machst Du Dir Streß. Du kannst nicht alle Eventualitäten ausschließen. Wichtig ist es, daß Du bei der Diagnose gut mitarbeiten kannst, dazu mußt Du arbeitsfähig sein. Wenn Du versuchst, bei der Diagnose perfekt zu sein, verstellst Du Dich, das ist nicht gut für die Diagnose. Gehe einfach davon aus, daß die Ärztin Dir helfen will, daß Du keine Angst haben brauchst. Die Diagnose wird nach einiger Zeit zu Ende sein, dann hast Du es geschafft und bekommst eine Diagnose.
Du kannst nicht viel vorbereiten, nur Dich in Form halten. Die Hauptarbeit muß die Ärztin leisten.
27.03.09, 16:03:30

laleni

geändert von: laleni - 27.03.09, 16:07:31

ich denke auch, dass du gut vorbereitet bist. hut ab, dass du als lehrer arbeitest- das wäre mein absoluter "angst"- beruf!!!
ich würde ernsthaft probieren, diesem vorgesetzten zu erklären, dass zusätzliche 180 minuten NICHT drinn sind noch dazu ( azrael hat das so schön mit "frontalunterricht plus publikum" beschrieben...)als quasi theater für die eltern.....
das find ich total unseriös, um auf gut wiederisch nicht zu sagen DEPPERT!weder die schüler noch jeder halbwegs zurechnungsfähiger elternteil wird auf die idee kommen sowas für ECHT zu halten!
kasperletheater gibts anderswo!
ich würde die 180 zusätzl. minuten mir einfach nicht aufs aug drücken lassen.
ps: es gibt neben baldrian-tropfen sehr gute ätherische öle, die beruhigen und entspannen!
 
 
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