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Urteil: Klettern über Castor-Bahnstrecken ist nicht illegal

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01.07.09, 17:00:08

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Zitat:
Cecile Lecomte werden Nötigung und Ordnungswidrigkeit vorgeworfen, weil sie am 16. Januar 2008 einen Urantransport von Gronau nach Russland auf der Bahnstrecke zwischen Metelen und Steinfurt für einige Stunden zum Stoppen brachte. Die Art ihres Protestaktes war eher unüblich. Die 27-Jährige verknüpfte ihre Kletterleidenschaft mit ihrem leidenschaftlichen Kampf gegen Urantransporte. Sie hängte sich an ein Drahtseil, das sie zuvor zwölf Meter hoch über die Schienen gespannt hatte (das Tageblatt berichtete).

[...]

„Die Aktion hielt den Zugverkehr auf. Das reicht aus, um das Merkmal Gewalt zu bejahen“, meint die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Sie hält den Tatbestand der Nötigung für erfüllt und fordert eine Geldbuße von 450 Euro. Für den Verteidiger ist eine Nötigungshandlung nicht ansatzweise erkennbar. Es gebe kein Opfer, und den Zug habe die Polizei angehalten.

[...]

„Freispruch“ lautet schließlich das Urteil des Richters. Der Angeklagten könne weder Nötigung noch eine Ordnungswidrigkeit nachgewiesen werden.

Quelle
01.07.09, 22:27:11

assamit

geändert von: assamit - 01.07.09, 22:27:37

beim nächsten mal fährt der zug hoffentlich durch
würde die proteste + damit verbundenen kosten bestimmt drastisch reduzieren, wenn der zug einfach im automatikmodus mit geringer geschwindigkeit durchfährt ;-)
01.07.09, 22:51:17

zoccoly

geändert von: zoccoly - 01.07.09, 22:53:47

Und ich hoffe, dass sich noch viel mehr solchen Protestaktionen anschließen, Kosten sind immer ein "Totschlagargument" es hängt auch von der Betrachtungsweise ab, die Gesamtkosten und Folgekosten von Tschernobyl hat wohl niemand zusammengerechnet.
01.07.09, 22:59:12

Nord

mir stellt sich da mehr die frage was es bringen soll so nen zug aufzuhalten. deswegen werden nicht weniger castorzüge rollen...
01.07.09, 23:18:51

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Der Sinn von Protest gegen etwas wird generell in Frage gestellt?
01.07.09, 23:22:47

Nord

nein nicht generell. nur wenn ich vorher weiß das es zu keiner änderung führt.
01.07.09, 23:29:44

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Wie kommst du zur Auffassung, daß diese Proteste nichts bewirken? Es geht ja auch um die Zukunft einer ganzen Region. Die Menschen im Wendland wollen nicht sowas erleben wie mit der Asse, wo unglaublich schlampig und fahrlässig gehandelt wurde. Das birgt ja massive Gefahren für die Anwohner, gerade auch die Bauern, weswegen die auch viel mitprotestieren.
01.07.09, 23:34:13

Nord

ich glaub eben nicht das deswegen weniger castorzüge rollen, nur weil ein paar menschen dagegen demonstrieren. ich mein es wird seit was weiß ich wie vielen jahren jedesmal dagegen demonstriert deswegen fahren aber trotzdem immer wieder castorzüge...
01.07.09, 23:44:26

zoccoly

Leider hat nach meiner Empfindung diese Bewegung in den letzten Jahren wirklich nachgelassen, da die Umweltproblematik in den Hintergrund gerückt ist, seitdem die Menschen sich mehr um ihren eigenen Arbeitsplatz sorgen müssen, aber die Aktivisten dieser Bewegung haben es geschafft, dass ein Umdenken erfolgte, dass man über alternative Energien sprach und diese auch zunehmend nutzt. Insofern rollen weniger Castorzüge.
01.07.09, 23:48:30

Nord

ich denke das das eher damit zutun hat das die grünen im bundestag sitzen und die politik entsprechend etwas lenken können. und weniger damit das so ein zug 2 stunden aufgehalten wird.
02.07.09, 00:05:54

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Es wurde durch solche Proteste schon einiges erreicht. Auch für die allgemeine Diskussion um die Nachteile der Atomtechnik sind diese Aktionen wichtig. Manche Dinge haben nicht so unmittelbare Erfolge. Aber vielleicht gibt es den Erfolg noch, siehe Wackersdorf und andere Fälle.
Zitat:
So liegt die „Gorlebener Rinne“, eine bis zu 320 Meter tiefe eiszeitliche Schmelzwasserrinne aus sandig-kiesigem, grundwasserführendem Material, genau über dem tektonisch nach oben aufgewölbten Hut des Salzstocks. Das dort ursprünglich vermutete Deckgebirge aus mehreren hundert Meter mächtigen oligozänen Tonschichten, das – im Sinne der Definition eines „Mehrbarrierensystems“ durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) – eine Mindestvoraussetzung für eine mögliche Eignung des Salzstocks als Endlager wäre, ist in diesem Bereich so nicht vorhanden. Von unten sind diese Schichten durch den vertikal aufsteigenden Salzstock-Diapir und von oben durch eiszeitliche Abtragungen und Auffüllungen zerstört worden.

Auch wurde festgestellt, dass salzführendes Grundwasser sich sowohl seitlich als auch vertikal vom Salzstock in Richtung Oberfläche bewegt, so dass bei Kontakt mit hochradioaktivem Material eine Verstrahlung der Biosphäre die Folge wäre. Bei Grundwasserkontakt mit dem Steinsalz muss zudem mit Subrosionen, also der Bildung von Hohlräumen durch Salzablaugung gerechnet werden. In der Folge kann es zum Einsturz des Deckgebirges bis hin zur Bildung von Dolinen an der Erdoberfläche kommen. Für solche Vorgänge gibt es zahlreiche Beispiele über Salzstöcken in ganz Norddeutschland. Dazu zählt auch eine zehn Kilometer lange, tiefe Einbruchrinne über dem nordöstlichen Teil der Gorleben-Rambower Salzstruktur selbst; dort haben sich beispielsweise der 175 Hektar große Rudower See sowie der inzwischen überwiegend vermoorte Rambower See (siehe Rambower Moor) gebildet.

Bei Standortvergleichen nach hydrogeologischen und geologischen Kriterien wurde Gorleben unter mehreren Salzstöcken als der am wenigsten geeignete eingestuft. Trotz dieser Erkenntnisse ist die weitere Erkundung, die von Kritikern als verdeckter Ausbau des Endlagers betrachtet wird, seit dem 1. Oktober 2000 lediglich ausgesetzt. Diese als Moratorium bezeichnete Unterbrechung soll der „Klärung konzeptioneller und sicherheitstechnischer Fragen zur Endlagerung“ dienen.

Quelle
02.07.09, 00:21:04

Nord

ich kann jetzt nicht so ganz erkennen was das von dir eingefügte zitat mit protesten gegen castorzüge zutun hat?
auch kann ich dort nicht rauslesen das dagegen protestiert wurde das ganze deshalb still gelegt wurde.

wenn ich entsprechend gegen atomenergie bin dann wähle ich die grünen. wenn die stimmen bekommen haben sie die möglichkeit was zu ändern. an so einem protest gegen castorzüge würde ich nicht teilnehmen.
 
 
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